Schneeschuhwandern - 6 wichtigsten Tipps

Die 6 wichtigsten Tipps zum Schneeschuhwandern

Schneeschuhwandern hat seinen besonderen Reiz und hat in den letzten Jahren viele Freunde gewonnen. Seit einem Jahr bin ich auch Fan dieser winterlichen Sportart. Erlebe ich doch die Natur, vor allem nach Neuschnee, viel intensiver. Nachdem ich gerade meine Ausbildung zur Wanderführerin absolviere und ich auch zukünftig gerne meine Kunden bei Schneeschuhtouren begleiten möchte, gibt es hier für alle Anfänger die wichtigsten Tipps von mir. Nicht nur zur Ausrüstung, sondern auch zum Thema Lawinensicherheit und Tiere in der Natur.

Die richtigen Schneeschuhe

Wenn Du das Schneeschuhgehen erst einmal ausprobieren möchtest, dann kannst Du diese auch bei einem Skiverleih leihen. Wie bei allen Sportgeräten, gibt es hier inzwischen auch viele Anbieter und Hersteller, sowie Preisklassen. Beachten solltest Du auch, wie oft, wo und in welchem Gelände Du unterwegs sein möchtest. Letzten Endes können viele Modelle viel und Du entscheidest, womit Du Dich wohlfühlst. Möchtest du eher alpin unterwegs sein, dann ist es wichtig, dass Du auch gute Frontzacken und eine Steighilfe hast, wenn Du eher im flachen Gelände oder Mittelgebirge unterwegs bist, dann funktionieren auch größere Modelle mit Alurahmen und weniger Zacken.

Im Prinzip bestehen Schneeschuhe aus einem Hartplastikverdeck mit integrierten Steigkrallen, auch an der Vorderseite. Das hilft vor allem bei harschigem und gefrorenem Schnee. Die Bindung ist frei beweglich und der Schuh so fest fixiert. Fast alle Schneeschuhe haben auch eine zusätzliche Steighilfe, die im steileren Gelände ganz angenehm ist. Es gibt auch Schneeschuhe aus einem Aluminiumrohrrahmen mit einem Verdeck aus Hartplastik.

Die Größe der Schneeschuhe orientiert sich nicht nach der Schuhgröße, sondern Gewicht und Körpergröße.  Denn nur so kann der Schneeschuh seine Aufgabe erfüllen, das Einsinken des Wanderers zu verhindern. Manche Hersteller bieten spezielle Damen- und Herrenmodelle an. Eine gängige Einteilung geht nach Gewicht. Hier unterscheidet man 3 Größen:

Größe 22: für bis zu 70 Kilo, Größe 25: für 70 bis 100 Kilo, Größe 30: für über 100 Kilo

Als Schuhwerk sind knöchelhohe und warme Wanderschuhe mit einer guten Sohle gut geeignet. Bei viel Neuschnee auch sehr praktisch mit Wasserschutz.

Schneeschuhwandern - 6 wichtigsten Tipps

Schneeschuhwandern – 6 wichtigsten Tipps

Welche Kleidung brauche ich?

Wie immer in den Bergen, ist es sinnvoll sich im Zwiebelprinzip zu kleiden. Das bedeutet, atmungsaktive Unterwäsche, Shirt, Fleece, Softshell, im Winter wärmende Jacke oder bei Schneefall Regenjacke. Dann kannst Du je nach Temperatur die eine oder andere Schichte einfach aus- oder anziehen. Wer keine Skihose trägt, sondern Wanderhose, dem würde ich auch Gamaschen empfehlen, vor allem nach Neuschnee. Natürlich Mütze, Stirnband und Handschuhe nicht zu vergessen.

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Welche Ausrüstung ist notwendig?

Wichtig sind auch Wander- oder Skistöcke mit großflächigem Teller, damit Du nicht so schnell im Schnee einsinkst. Normale Wanderstöcke können da vielfach auch mit einem größeren Teller aufgerüstet werden.

Ein Tagesrucksack mit ca. 25-30 Liter ist ideal, um auch die etwas dickere Winterbekleidung gut verstauen zu können. Außerdem solltest Du auch Platz für die Verpflegung, wie eine Thermoskanne mit warmem Getränk und Essen, haben. Idealerweise lassen sich die Schneeschuhe auch in der Stockhalterung befestigen, wenn die Wege beim Start vielleicht wenig oder gar keinen Schnee haben.

Wer möchte, kann auch gerne eine kleine Notfallausrüstung (First-Aid-Kit) mitnehmen. Diese gibt es gibt es komplett zu kaufen, z.B. bei Bergzeit.de. Empfehlenswert ist auch eine Rettungsdecke. Viele empfehlen auch ein LVS-Gerät (Lawinenverschüttetengerät) sowie eine Lawinenschaufel. Das kommt eben auch auf die Wahl der Tour und das Gelände an. Bevorzugt sollten Schneeschuhgeher, eben auch am Anfang, sich unter der Waldgrenze bewegen. Da besteht so gut wie kein Lawinenrisiko.

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Gefahren am Berg: Lawinen

Wenn Du Touren oberhalb der Schneegrenze planst, solltest Du wie ein Skitourengeher die entsprechende Ausrüstung dabeihaben: LVS-Gerät, Sonde, Lawinenschaufel. Abseits gesicherter Routen und Winterwanderwege solltest Du die Lawinensituation beachten und einschätzen können. Und natürlich auch wissen, wie Du die Geräte idealerweise einsetzen kannst. Da macht es schon Sinn einmal an einem Lawinenkurs teilgenommen zu haben. Zur Orientierung dient auch immer der lokale Lawinenlagebericht, z.B. www.lawinenlagebericht-bayern.de oder für Österreich www.lawinen.report.at.

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In der Gruppe unterwegs

Ein Sicherheitsaspekt ist auch, in der Gruppe unterwegs zu sein. Das bezieht sich auf die Orientierung, wenn Du noch nicht so viel Erfahrung hast. Denn der ein oder andere kennt sich dann doch besser aus mit GPS oder Karte. Oder auch beim Spuren im Neuschnee. So kann man sich abwechseln, denn auf Dauer kann das bei knietiefem Schnee ganz schön anstrengend sein. Außerdem bietet eine Gruppe im Notfall immer auch Hilfe und Schutz, entweder welche zu holen oder auch zu leisten.

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Natur und Tiere

Wenn wir mit den Schneeschuhen unterwegs sind, sind wir nicht alleine in der Natur und kreuzen so auch den Lebensraum von vielen Tieren. Vor allem im Hochwinter und nach Neuschnee, sind viele Tiere aufgrund von fehlender Nahrung und mangelnden Energiereserven nicht so kräftig und reagieren empfindlicher auf Stress. Oft gibt es Schutzzonen, die auch auf Tafeln angezeigt werden. Diese solltest Du auf Deiner Tour beachten und die Ski- und Wanderrouten einhalten. Auf der anderen Seite können wir gerade nach Neuschnee auch viele Spuren von Hasen, Rehen oder Hirschen beobachten. Das ist sehr schön zu sehen.

Weitere interessante Infos findest Du auch auf folgender Seite: „Schutzzonen im Winter – worauf sollte man achten?

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Weitere Infos zum Schneeschuhwandern:

Literaturtipps:

Sven Kirsch: Das Schneeschuhbuch. Alles rund ums Schneeschuhgehen. 1999

Günter Durner: Schneeschuh Know-how…Der Bergführer rät. AM-Berg-Verlag 2013

Christian Schneeweis: Schneeschuhgehen – Das Praxisbuch für alle Wintersportliebhaber und Tourengeher

 

 

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